"Aufgedreht - Jugendfilmtage in Oberhausen"-Programme

2007     2008     2009     2010   2011  

Leroy

Deutschland 2007, 89 Minuten
Regie: Armin Völckers
FSK: ab 12

Den 17jährigen, farbigen Leroy als typisches Beispiel einer gemischten Ehe - Vater schwarz, Mutter weiß - zu bezeichnen, führt zu kurz. Zwar hat es phasenweise den Anschein, als würde sich der Film bemühen so etwas wie eine authentische Grundlage zu schaffen, doch wirklich authentisch wirkt hier wenig. Der Vater ist ein verschrobener Erfinder, die Mutter soll wohl beispielhaft für links-liberales Bürgertum stehen. Leroy selbst hat mit seiner Hautfarbe keine Probleme, sein bester Freund Dimi nennt ihn ganz unbefangen "Shokopopp" und auch die hübsche, blonde Eva, in die sich Leroy verliebt, hat nicht den Hauch eines Vorurteils. Umso mehr ihre Eltern: Die heißen allen ernstes Braun, leben in sehr deutschem Reihenhaus, die Mutter trägt eine Art Gretchen-Frisur, die Söhne sind "typisch" rechts, inklusive rasiertem Schädel, Bomberjacke und Springerstiefel.

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Max Minsky und ich

Deutschland 2007, 98 Minuten
Regie: Anna Justice
FSK: ab 6

Berlin heute. Hier lebt die 13-jährige Nelly mit ihrem Vater und der aus New York stammenden Mutter. Er ist Musiker und selten daheim, sie eine von Heimweh geplagte Jüdin, die nichts sehnlicher wünscht, als die Tochter bald ihre Bat Mizwa feiern zu sehen. Nelly selbst ist von diesem Ritual nicht überzeugt, Bücher über Astronomie sind ihr wichtiger als Traditionen oder gar herumalbernde Freundinnen. Eine Ausnahme aber gibt es zunächst: den 16-jährigen luxemburgischen Prinzen Edouard, wie sie ein Fan von Weltraum und Sternen. Als Nelly erfährt, dass der hübsche Prinz Schirmherr eines Basketballturniers sein wird, will sie unbedingt Mitglied des eingeladenen Schulteams sein. Pech nur, dass Nelly mit Basketball, geschweige denn Sport bislang wenig am Hut hatte. Zufällig entdeckt sie aber, dass der neue Nachbarsjunge Max mit dem Ball umzugehen weiß. Mit seiner Mutter handelt sie offiziell Nachhilfestunden für den schlechten Schüler aus, erledigt tatsächlich aber seine Hausaufgaben und wird dafür von ihm trainiert. Ihr Plan mit Luxemburg scheint aufzugehen. Allerdings vernachlässigt Nelly dafür ihren Vorbereitungsunterricht auf die Bat Mizwa.

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Prinzessinnenbad

Deutschland 2007, 92 Minuten
Regie: Bettina Blümner
FSK: ab 12

Seit ihrer Kindheit kennen sich die nun 15-jährigen und lebenshungrigen Mädchen Klara, Mina und Tanutscha. Seit je gehen sie auf die gleichen Partys, stehen auf die gleichen Jungs und entspannen im Prinzenbad. An der Schwelle zum Erwachsenwerden sind sie nun auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Auf Schule hat Klara, die gelegentlich stiehlt, keine Lust mehr; sie träumt von einer Karriere, wahlweise als Pornostar oder Tierpflegerin. Mina begeht gerade das zehnmonatige Jubiläum mit ihrem Freund, Tanutscha paukt eifrig für die spätere Selbstverwirklichung.

"Zusammen gehen sie auf Partys, in Cafés oder, wenn im Sommer die Sonne scheint, ins Prinzenbad. Die 15jährigen Mina, Klara und Tanutscha sind 15 Jahre alt, unzertrennliche Freundinnen seit ihrer Kindheit und beim Durchschlagen durch den Kreuzberger Teeniealltag alles andere als auf den Mund gefallen. Für Filmemacherin Bettina Blümner waren sie außerdem ein Glücksfall: Für "Prinzessinnenbad" hat sie die Mädchen ein Stück beim Erwachsenwerden begleitet und daraus ein Dokuportrait gemacht, das von der Offenheit, dem rauen Charme und schlagfertigen Witz der drei lebt. Auf der diesjährigen Berlinale wurde "Prinzessinnenbad" zum großen Publikumserfolg und gewann den Nachwuchspreis "Dialogue en perspective"." (Sascha Rettig)

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Preußisch Gangstar

Deutschland 2007, 88 Minuten
Regie: Bartosz Werner, Irma-Kinga Stelmach
FSK: ab 12

Buckow ist ein beliebter Kurort für Senioren etwa 50km nordöstlich von Berlin. Hier wachsen die drei Freunde Tino, Oli und Nico auf. Sie mögen aus gutem Elternhause stammen, aber das hält sie nicht von alltäglichen Jugendproblemen ab. Der 17-jährige Tino donnert lieber mit seinem Motorrad durch den Wald, als für seinen Quali zu lernen. Oli malocht in einem Club und träumt von seinem eigenen. Der ausbildungslose Nico ist auf Bewährung und arbeitslos. Ihm bleibt nur der Hip-Hop. Schonungslos realistisches Jugendportrait dreier Brandenburger Kumpels von Bartosz Werner und Irma-Kinga Stelmach. Freundschaft, Hip-Hop-Musik, Partys, Drogen und jede Menge Ärger kennzeichnen das kampfbetonte Leben des Trios, das nur sich selbst Halt geben kann.

"Der new berlin film award in der Kategorie "Bester Spielfilm" geht an den Film "Preußisch Gangstar" von Bartosz Werner und Irma-Kinga Stelmach. Dieser Film unterscheidet sich von den anderen vor allem in seiner VOLT-ZAHL. Hier ist absoluter Starkstrom zugange! Der Film ist dicht an den Menschen und ihren Emotionen und er vermischt gekonnt die Grenzen zwischen Dokumentar- und Spielfilm. Wir lernen eine Generation kennen, die sich normalerweise unseren Blicken entzieht. Für die Jury der modernste und schonungsloseste Film, nicht nur auf diesem Festival!" (Jurybegründung)

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Prinzessin

Deutschland 2007, 83 Minuten
Regie: Birgit Grosskopf
FSK: ab 16

Eine westdeutsche Großstadt ist das triste Revier der 18-jährigen Katharina. Mit Yvonne, Jenny und Mandy vagabundiert sie durch die grauen Betonsilos in der Kälte kurz vor Neujahr. Erklärter Feind ist die Clique von Özlem, sowie jeder, der ihren Weg kreuzt. Und Grund genug zum Prügeln haben sie, vor allem Yvonne: Sie muss eine Haftstrafe wegen Körperverletzung antreten, flieht aber vor der Polizei. Dadurch wird Katharina ihre aussichtslose Lage bewusst.

"Nicht nur, dass der Film durch den Fokus auf Frauen, die kompromisslose Entwicklung der Geschichte und die gelungene Stilisierung mit klischeehaften Brennpunkt-Darstellungen im Film bricht, nein, auch die jungen Mimen meistern das komplexe Zusammenspiel ihrer Figuren bestens." (Verleih)

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Am Ende kommen Touristen

Deutschland 2007, 85 Minuten
Regie: Robert Thalheim
FSK: ab 12

Sven macht Zivi im Ausland. Ursprünglich war Amsterdam geplant gewesen, jetzt hat es ihn in die polnische Stadt Oswiecim, zu Deutsch Auschwitz verschlagen. In der dortigen Begegnungs- und Gedenkstätte macht er Hausmeisterjobs, kümmert sich um Seminare und betreut den über 80-jährigen Überlebenden Krzeminski, der unweit des ehemaligen Kozentrationslagers wohnt. Ohne besonders viel Enthusiasmus aber guten Willens macht Sven sich daran, sich in der neuen Welt zu Recht zu finden. Mit einer guten Portion Stoizismus erledigt Sven die ihm gestellten Aufgaben, die von Geschirrspülen bis zu Chauffeurdiensten für den alten Krzeminski reichen. Ganz langsam, fast unmerklich, beginnt dabei eine Verbindung zu dem ungewöhnlichen Ort und seinen Menschen zu wachsen. Sven ärgert sich, verliebt sich, ergreift Partei und fängt an, sich wirklich für seine Umgebung zu interessieren.

"Thalheim erzählt betont unaufgeregt, mit einem Gespür für Zwischentöne und einem scharfen Ohr für geschliffen ungeschliffene Dialoge... Damit stellt sich AM ENDE KOMMEN TOURISTEN bewusst gegen die aktuelle Welle von Historiengroßfilmen wie DER UNTERGANG oder DAS LEBEN DER ANDEREN. Anstatt Vergangenheit in autoritären Bildern zu fixieren, sucht Thalheim nach den Spuren und sichtbaren Folgen der Geschichte in der Gegenwart und stellt die Frage, wie sich die dritte und vierte Generation der Erinnerung an den Holocaust und Nationalsozialismus nähern kann." (Henrike Bake)

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Beste Zeit

Deutschland 2007, 96 Minuten
Regie: Marcus H. Rosenmüller
FSK: ab 6

Eine Jugend in der Provinz: Kati und ihre beste Freundin Jo liegen am liebsten auf der Wiese und hängen ihren Träumen nach. Kati träumt etwa von der großen Liebe mit Soldat Mike. Als ihr überraschend die Zusage für ein Schüler-Austauschprogramm in die USA ins Haus geflattert kommt, muss sie sich entscheiden, ob sie hier bleiben oder ein Jahr lang etwas völlig Neues erleben will. Marcus H. Rosenmüller erfindet den Heimatfilm neu. Nach seinem Sensationserfolg "Wer früher stirbt ist länger tot", der selbst im hohen Norden für ausverkaufte Kinos sorgte, liefert er nun einen weiteren Beitrag für die bayrische "Nouvelle Vague". Neben weiteren Filmmachern gelingt es Rosenmüller nicht allein für den Heimatfilm eine neue Ära anzubrechen, sondern überdies den bayrischen Dialekt bundesweit salonfähig zu machen. Mehr noch. Es gelingt ihm über die Akzeptanz des Dialekts hinaus, den Charme und den Witz seiner Filme mit eben diesem in besonderer Weise zu unterstreichen. Der Dialekt bringt Zwischentöne zum Klingen, steigert den Ausdruck und verleiht dem Film Authentizität.

"Dank der unverbrauchten Darsteller, der ländlichen Idylle und der leichtfüßigen Inszenierung, hinterlässt "Beste Zeit" den nachhaltigen Eindruck einer leichten Sommerbrise. Ein gefühlvoller und ehrlicher Film, der sich erneut um die zentralen Themen "Heimat" und "Freiheit" dreht." (Gary Rohweder)

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