PARASITE

Südkorea 2019 · Laufzeit: 132 Min· FSK: 16 · Thriller · Regie: Bong Joon Ho · Darsteller/*innen: Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hya Jin u.a.

Nicht etwa ein Monsterfilm oder ein Science-Fiction-Thriller steckt hinter dem „Titel“ Parasite, sondern eine anfangs komische, später immer tragischere Satire. Wie so oft bedient sich der koreanische Regisseur Bong Joon Ho unterschiedlichster Genremuster, um von gesellschaftlichen Missständen zu erzählen. Einer der besten Filme des diesjährigen Wettbewerbs von Cannes, der verdient mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.

Wie schon in „Snowpiercer“, in dem in einem Zug auf ewiger, ungebremster Fahrt durch eine apokalyptische Schneelandschaft, die einzelnen Waggons die gesellschaftlichen Schichten markierten, bedient sich auch „Parasite“ klarer geographischer Metaphern. Ganz unten beginnt der Film, in der Wohnung der Kis, während oben die Parks Leben. Wenn da ein Wolkenbruch die Stadt unter Wasser setzt, wird diese Metapher noch deutlicher: Oben werden nur die Fenster nass, unten versinkt das Tiefparterre der Kis im schmutzigen Abflusswasser.

Doch bei aller offensichtlichen Gesellschaftskritik macht es sich Bong dabei nicht zu einfach. Den Kis sieht man als offensichtliche Verlierer des kapitalistischen Systems ohnehin alles nach, doch auch die Parks sind keineswegs unsympathische Neureiche, im Gegenteil. Abgesehen davon, dass sie sich über den strengen Kellergeruch von Ki-taek wundern, ist von ihnen kein böses oder hochnäsiges Wort über ihre Angestellten zu vernehmen. Der wahre Schuldige an den gesellschaftlichen Missständen sind hier nicht einzelne Personen, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

Dieser abstrakte Antagonist führt dazu, dass „Parasite“ im letzten Drittel fahriger wirkt als im brillanten Beginn, die Geschichte ein wenig holprig zu Ende gebracht wird. Doch auch hier lässt Bong keinen Zweifel daran aufkommen, welch herausragender Regisseur er ist, der auch einen Film, der fast ausschließlich innerhalb eines Hauses spielt, zu einem visuellen Meisterstück machen kann. Dass er dafür als erster Regisseur aus Südkorea mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde, war dann selbst in einem außergewöhnlich starken Wettbewerb keine Überraschung.

Quelle: www.programmkino.de

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AB 16 JAHREN / 132 MINUTEN

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