Vom 12. bis 19. Dezember 2012  finden zum neunten Mal AUFGEDREHT JugendKinoTage Oberhausen statt.

Wie in jedem Jahr haben wir auch dieses Mal sehr unterschiedliche Filme, speziell für unser jugendliches Publikum zusammengestellt. Jeder der Filme nimmt uns auf seine ganz eigene Art in eine jugendliche Lebenswelt mit und fordert uns gleichzeitig auf zum Mitfiebern, Mitlachen und Nachdenken. Da alle Filme jahresaktuell sind gibt es auch dieses Mal garantiert wieder viel Neues auf der Kinoleinwand zu entdecken. Zu jedem Film bieten wir spannende Gespräche mit Gästen oder mit unserer Moderatoren Anja Schmidt/AGENTUR Sehsternchen.

 

EHRE

Deutschland 2012 / 87 Min.
Regie: Aysun Bademsoy
Kamera: Nikola Wyrwich, Sven Jakob
Darsteller: Muhamad, Christian, Kevin u.a.
FSK: Empfohlen ab 14 Jahren

Der 16-jährige Deutsch-Palästinenser Muhamad, der 15-jährige Deutsche Kevin und der 17-jährige Deutsch-Ghanaer Kevin durchgehen ein Anti-Gewalt-Training. Sie sind solche Menschen, die sich bei jedem Satz oder jedem falschen Blick sofort in ihrer Ehre verletzt fühlen und das als Anlass nehmen, sich zu verteidigen. Thema ist immer die Mutter, die Schwester, oder die Ehefrauen, jedes Mal steht der Körper der Frau zur Disposition, als Verhandlungsgegenstand und Grundlage für die Identität und das Selbstwertgefühl der Heranwachsenden. Da Ehre in der Mitte unserer Gesellschaft keine Rolle mehr zu spielen scheint, kommt sie wohl von den Rändern zurück. Bei Gruppenübungen in einer Haftanstalt, Nachtsport und den Anti-Gewalt-Trainingsübungen versucht Regisseur Aysun Bademsoy die Definition für den Begriff "Ehre" im heutigen Deutschland zu finden ...

Webseite zum Film: EHRE


LITTLE THIRTEEN mit Regisseur Christian Klandt

Deutschland 2012 / 90 Min.
Regie: Christian Klandt
Kamera: Andreas Hartmann
Darsteller: Isabell Gerschke, Muriel Wimmer, Joseph Konrad Bundschuh, Gerdy Zint u.a.
FSK: ab 12 Jahre

Die Teenager Sarah und ihre Freundin Charly kennen in ihrem Leben keine wirkliche Zuneigung. Stattdessen versuchen die beiden Teenager, in exzessiven körperlichen Beziehungen zu Jungs so etwas wie Liebe zu finden. Doch dann lernt Sarah im Chat Lukas kennen, der längst nicht so draufgängerisch ist wie die Typen, mit denen sie vorher was hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben entwickelt sie eine Sehnsucht nach einer Beziehung. Aber was will Lukas - und was will Sarahs Mutter von Lukas?

Themen: Familie, Sexualität, Erwachsenwerden, Rollenbilder, Verantwortung

Unterrichtsfächer: Deutsch, Religion, Ethik, Kunst

Pädagogische Begleitmaterial: www.kinofenster.de (Suche: Filmtitel eingeben)


SCHULD SIND IMMER DIE ANDEREN

Deutschland 2012 / 93 Min.
Regie: Lars-Gunnar Lotz
Kamera: Jan Prahl
Darsteller: Pit Bukowski, Edin Hasanovic, Julia Brendler, Marc Ben Puch u.a.
FSK: ab 12 Jahre

Ben bekommt im idyllisch gelegenen „Waldhaus“ die einmalige Chance auf einen Neuanfang. Als einer von sieben jugendlichen Straftätern soll er in der familiären Gemeinschaft soziale Kompetenz erlernen und Geborgenheit erfahren. Doch als er auf seine Hausmutter Eva trifft, ist er geschockt: Sie ist eines seiner Opfer. Sein brutaler Überfall auf sie wurde nie aufgeklärt. Während Ben alles versucht, um in der Gruppe nicht aufzufallen, wächst in Eva der Verdacht. 

Website zum Film: SCHULD SIND IMMER DIE ANDEREN


AM ENDE EINES VIEL ZU KURZEN TAGES

Deutschland, Irland 2011 / 96 Min.
Regie: Ian Fitzgibbon
Kamera: Tom Fährmann
Darsteller: Andy Serkis, Thomas Brodie-Sangster, Aisling Loftus, Sharon Hogan u.a.
FSK: ab 12
Jahre

Wenn man 15 ist, ist das Leben per se nicht einfach. Wenn man aber 15 ist und unheilbar krebskrank, dann ist das Leben bald vorbei, noch bevor es richtig begonnen hat. Mit diesem Schicksal hadert Donald, der von seinen Eltern von einem Psychiater zum nächsten geschickt wird. Doch er resigniert, will allein gelassen werden und Comics zeichnen. Sein fiktiver starker Superheld kämpft gegen Dämonen und wird von Frauen geradezu angehimmelt. Immer mehr gibt dagegen Donald den Kampf um sein reales Leben auf. Bis er auf einen Psychologen trifft, zu dem er Vertrauen fassen kann. Und bis ihm die erste große Liebe in Gestalt seiner Mitschülerin Shelly begegnet und ihn ins Leben zurückbringt. Die Verfilmung des Romans „Superhero“ geht sensibel und zurückhaltend mit dem Thema Krebs und Sterben um und berührt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken...

Themen: Krankheit, Tod/Sterben, Kunst, Filmsprache, Coming of Age, Familie, Liebe, Jugendkultur

Unterrichtsfächer: Deutsch, Religion/Ethik, Philosophie, KunstPädagogische

Begleitmaterial: www.kinofenster.de (Suche: Filmtitel eingeben)


VIERZEHN

Deutschland 2012 / 92 Min.
Regie: Cornelia Grünberg
Kamera: Heiko Merten
Darsteller: Fabienne, Laura, Lisa, Steffi
FSK: ab 12 Jahre


Regisseurin Cornela Grünberg nähert sich zusammen mit Produzentin Ingelore König dem kontroversen Thema der Teenager-Schwangerschaft auf sensible und vorbehaltlose Weise. Begleitet werden vier Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Einzige, was sie verbindet, ist die Nachlässigkeit, was Verhütung angeht - alle vier werden ungeplant schwanger. Und ebenso entscheiden sich alle Vier, das Kind zu bekommen. Die Kamera ist immer dabei, wenn sich Steffi, Fabienne, Lisa und Laura ihrer neuen Realität stellen müssen.

Website zum Film: VIERZEHN


FESTUNG mit Regisseurin Kirsi Marie Limatainen

Deutschland 2011 / 92 Min.
Regie: Kirsi Marie Liimatainen
Kamera: Christine A. Maier
Darsteller: Ursina Lardi, Peter Lohmeyer, Elisa Essig u.a.
FSK: ab 12 Jahre

Eine Familie, überschattet von der Gewalttätigkeit des Vaters gegen die Mutter. Mitten drin die dreizehnjährige Johanna und ihre kleine Schwester Moni. Die ältere Schwester ist schon ausgezogen und klagt die Missstände in der Familie aus der Distanz heraus offen an, während die jüngeren Schwestern versuchen, die Fassade zu wahren. Da verliebt Johanna sich zum ersten Mal, in den Sohn ihres Sportlehrers. Ab sofort ist der Teenager zerrissen zwischen familiärer Verantwortung und ihren romantischen Gefühlen.

Themen: Familie, (häusliche) Gewalt, Erwachsenwerden, Liebe

Unterrichtsfächer: Deutsch, Religion/Ethik, Philosophie, Geschichte

Website zum Film: FESTUNG


DICHTER UND KÄMPFER

Deutschland 2012 / 89 Min.
Regie: Marion Hütter
Kamera: Hannes Staudt, Joschka Lippelt
Darsteller: Philipp "Scharri" Scharrenberg, Sebastian23, Julius Fischer u.a.
FSK: o.A.

„Dichter und Kämpfer“ ist kein Dokumentarfilm über Poetry-Slam. Statt über ein ehemaliges Nischenphänomen der Performance-Kunst zu berichten, das heute fast schon im Comedy-Mainstream angekommen ist, lässt der Film den Zuschauer direkt an dieser Entwicklung teilhaben, indem er Schlüsselmomente des Weges mit der Kamera begleitet. Der Film erzählt nicht vom ewigen Kampf zwischen Kunst und Kommerz, sondern lässt kommentarlos heutige Szeneberühmtheiten zu Wort kommen, während sie sich gerade selbst über diesen Konflikt bewusst werden. „Dichter und Kämpfer“  zeigt vier der inzwischen prominentesten Poetry-Slammer, unverstellt und mit all ihren inneren Brüchen, über den Zeitraum eines ganzen Jahres mitten in diesem Spannungsfeld.

Website zum Film: DICHTER UND KÄMPFER


FÜR ELISE

Deutschland 2012 / 93 Min.
Regie: Wolfgang Dinslage
Kamera: Kai Rostásy
Darsteller: Jasna Fritzi Bauer, Christina Große, Hendrik Duryn u.a.
FSK: ab 12 Jahre


Seit dem Unfalltod ihres Vaters wächst die 15-jährige Elise allein bei ihrer verantwortungslosen Mutter Betty auf, die ihre Trauer im Alkohol ertränkt. Nicht nur muss Elise den Haushalt regeln, sondern die prinzipienlose Krankenschwester, die sich gehen lässt, quasi mitversorgen. Elises weit in die Ferne gerückter Berufstraum Pianistin erhält schlagartig Perspektive, als sich Betty dem Musikjournalisten Ludwig an den Hals wirft. Der lebt in Scheidung und interessiert sich bald mehr für die Tochter als die Mutter, die Elise nun auch als Konkurrentin betrachtet und anbiestert.

Website zum Film: FÜR ELISE